Marderverbiss mitversichert?

Moderator: pesoelko

Marderverbiss mitversichert?

Beitragvon matzandy » Sa 4. Apr 2015, 14:09

Hallo,
bei meiner Anlage mit drei Strings (seit Juni 2011) ist nun ein String komplett ausgefallen wegen Marderverbiss.
3 Fragen hierzu:
1. Ist der Marderverbiss mitversichert in der Gebäudeversicherung bei der die Fotovoltaik Anlage mitversichert ist? (steht nicht explizit drin, ist aber auch nicht explizit ausgeschlossen?)
2. Kann man die Anlageverkabelung effektiv gegen Marderverbiss schützen?
3. Muss die komplette Anlage dafür vom Dach?
Falls jemand schon Erfahrung mit diesem Thema (Solateur, Versicherung) hat bin ich für jeden Hinweis dankbar.
Beste Grüße
Andreas Matz
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Re: Marderverbiss mitversichert?

Beitragvon welfenstrom » Sa 4. Apr 2015, 15:17

zu 1: Marderverbiss ist i.A. nur bei Photovoltaikversicherungen mitversichert, die sogenannte Allgefahrenversicherungen für Photovoltaikanlagen darstellen. Hier sind Marderschäden eigentlich immer (ganz explizit) mitversichert. Insofern würde ich immer davon abraten, eine Photovoltaikanlage mit in eine bestehende Wohngebäudeversicherung einzubeziehen. Eine eigenständige Photovoltaikversicherung ist hier immer die bessere Wahl. Ich würde davon ausgehen, dass Du mit der von Dir gewählten Versicherungsform auf dem Marderschaden sitzen bleibst. Versichert ist grundsätzlich das, was in der Versicherung genannt ist und nicht das, was unerwähnt bleibt.

zu 2: Ja, kann man. Es gibt die Möglichkeit die Verkabelung in Panzerrohre zu stecken, was effektiv den Magern das Zerbeißen der Kabel unmöglich macht. Das bedeutet natürlich, dass alle Module hoch genommen und mit Kabelschutz neu verlegt werden müssen. Alternativ kann man den Mardern den Zugang zu den Kabeln verwehren, indem man das Modulfeld mit Kaninchendraht oder Lochblechen unzugänglich macht. Dies ist ebenfalls aufwändig, enthebt einen aber der Aufgabe, das gesamte Modulfeld anzuheben. Vergrämungsmittel wie geruchsstoffe etc sind absolut wirkungslos, Marderschreckanlagen, die über hochfrequente Töne arbeiten nach einer Eingewöhnungszeit für die Tiere meist ebenfalls. Wirklich sinnvoll sind nur die oben beschriebenen mechanischen Wege (die nicht unbedingt vollständig aufgezählt worden sein müssen - evtl. gibt es da ja noch andere Methoden). Metallmatten, die den Tieren einen elektrischen Schlag versetzen, sind zwar ebenfalls wirksam, ich denke aber, dass man das auf einem Dach kaum realisieren kann.

zu 3: siehe 2
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Re: Marderverbiss mitversichert?

Beitragvon BOBO » Sa 4. Apr 2015, 18:01

Hallo matzandy,

ob Marderbiss mitversichert ist, hängt von deinen Vertragsbedingungen ab. Wie schon welfenstrom sagte, sind diese in der Regel nur bei speziellen PV-Versicherungen miteingeschlossen.

Das heißt aber nicht, dass es bei dir nicht doch in der Wohngebäudeversicherung mit integriert ist. Was aber dort sicher nicht gezahlt wird, ist der Minderertrag der durch den Schaden entstanden ist. Ich habe damals bei meiner Anlage auch lange überlegt und habe mich auch für die Integration in die WGV entschieden. In Kenntnis und Wissen, dass ein Ertragsausfall nicht ersetzt werden wird. Dafür aber kostenmäßig deutlich günstiger als eine PV-Versicherung.

Gruß

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Re: Marderverbiss mitversichert?

Beitragvon matzandy » Sa 4. Apr 2015, 19:54

Vielen Dank für eure Antworten. Ich werde mir dann mal ein Angebot machen lassen für die Panzerrohre der Verkabelung und auch mal bei der Versicherung anfragen was die bezahlen würden.
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Re: Marderverbiss mitversichert?

Beitragvon welfenstrom » Sa 4. Apr 2015, 21:17

matzandy hat zu Marderschäden geschrieben:
steht nicht explizit drin

Wenn Marderschäden nicht in den Versicherugsbedingungen erwähnt werden, kannst Du getrost davon ausgehen, dass sie nicht mitversichert sind.

Darüber hinaus gibt es auch eine ganze Reihe anderer Schäden, die von einer Wohngebäudeversicherung nicht, von einer Photovoltaikversicherung hingegen sehr wohl getragen werden.

Eine günstige Photovoltaikversicherung (z.B. Sunsafe 100) kostet im Jahr für Hausdachanlagen ca. 50,- € brutto. Das halte ich persönlich für durchaus tragbar ...
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Re: Marderverbiss mitversichert?

Beitragvon matzandy » Mi 6. Mai 2015, 20:05

Hallo hab inzwischen meine Anlage repariert und mit Panzerrohren gesichert bekommen.
Die Versicherung will auch zahlen.
Für den Ausfall will sie aber nun wissen um welchen Betrag in kWp die Leistung der Anlage gesenkt wurde.
Wie bekomme ich diesen Wert am schnellsten aus den CSV Dateien meiner Solarlog Aufzeichnungen?
Kann mir bitte hier jemand weiterhelfen?
Vielen Dank schon im Voraus.
Beste Grüße
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Re: Marderverbiss mitversichert?

Beitragvon welfenstrom » Mi 6. Mai 2015, 21:56

So etwas kannst Du in der Tat nur schätzen. Wenn Du weißt, ab wann der string ausgefallen ist, würde ich den jeweiligen Tagesertrag mit Hilfe der Verhältnisrechnung hochrechnen. Beispiel: Du hast 22 Module, davon zwei strings mit 7 und einen einen mit 8 Modulen. Der string mit 8 Modulen ist ausgefallen. Der Tagesertrag am Tag xy sei beispielsweise 12,8 kWh.
Rechnung: Einsatzbereit sind 14 Module von 22, d.h.

22 : 100% = 14 : x%
Daraus folgt: x=63,63%
Der Ertrag von 12,8 kWh entspricht also 63,63% des potentiellen Gesamtertrags, d.h.
12,8 kWh: 63,63% = x kWh : 100%
x = 20,11 kWh
Differenz: 20,11 kWh - 12,8 kWh = 7,31 kWh

Dein Verlust beträgt also an diesem Tag 7,31 kWh. Dieselbe Rechnung kannst Du nun natürlich auch mit dem gesamten Zeitraum machen, über den der betreffende string ausgefallen war. Da ist dann über einen Zeitraum von 4 Wochen - um nur eine fiktive Zahl zu nennen - der Grundwert (also hier die 63,63% des potentiellen Gesamtertrages) 375,2 kWh. Dann rechnest Du genauso wie oben den Verlust für den betreffenden Zeitraum aus.

Es wundert mich allerdings schon gewaltig, dass Deine Versicherung den Schaden bezahlt, obwohl Marderbisse nicht explizit aufgeführt sind und dass sie darüber hinaus auch noch den Ertragsausfall bezahlen will... Das würde ich schon in die Rubrik "Zeichen und Wunder" einordnen wollen ...
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Re: Marderverbiss mitversichert?

Beitragvon matzandy » Do 7. Mai 2015, 21:43

Vielen Dank ist zwar viel Arbeit - auch mit Excel - aus den wöchentlichen Backups die Tages- / Monatswerte zusammen zu sammeln, aber wenn es sich lohnt ;)
Zur Versicherung: ich habe eine zusätzliche Vereinbarung welcher "Ertragsausfall für Fotovoltaikanlagen" beinhaltet nennt sich auch "Erweiterte Deckung für Solaranlagen (inkl. Ertragsausfall für Fotovoltaikanlagen)" für knapp unter 50.- € im Jahr

Nochmals Danke für die klasse Hilf aus dem Forum.
Beste Grüße und ertragreiche Zeit wünscht Euch Andy
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Re: Marderverbiss mitversichert?

Beitragvon LumpiStefan » Fr 8. Mai 2015, 09:36

matzandy hat geschrieben:Vielen Dank ist zwar viel Arbeit - auch mit Excel - aus den wöchentlichen Backups die Tages- / Monatswerte zusammen zu sammeln, aber wenn es sich lohnt ;)

Das sind keine 5 Minuten Arbeit.....

Ggfs. die Daten via Tageswerte via CSV exportieren und dann einfach alle Tage die davon betroffen waren zusammenaddieren.
Dann kannst Du wie oben schon aufgeführt die Verlustberechnung machen.

Stefan
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